Amüsantes vom Rande des Rechtsalltags

Ein Rechtsgebiet mit Schmunzelfaktor: Das Recht der behördlichen Namensänderung

Komische Zwischenfälle in einem vermeintlich langweiligen Rechtsgebiet

Das Recht der behördlichen Namensänderung hilft bei Härten, die im Einzelfall mit der Führung eines bestimmten Vornamens oder Nachnamens verbunden sind. Es greift erst ein, wenn die familienrechtlichen Möglichkeiten, seinen Namen zu ändern, nicht helfen können.

Oftmals stecken hinter Anträgen auf Namensänderung schlimme Tragödien und Schicksale. Trotzdem ist das Recht der behördlichen Namensänderungen ein Rechtsgebiet, in dem es hier und da Anlass zum Schmunzeln gibt:

Sprachverwirrung

Voraussetzung für eine Namensänderung ist nach § 3 Abs. 1 in Verbindung mit § 11 des Gesetzes über die Änderung von Familiennamen und Vornamen (NamÄndG), dass ein wichtiger Grund für die Namensänderung vorliegt. Da stellt also ein arabischstämmiger Deutscher einen Namensänderungsantrag. Er heißt Harry Al-Soundso. Den Vornamen Harry hat er bei einer vorangegangenen Namensänderung erhalten, bei der sein arabischer Vorname verschwand. Warum er denn seinen Vornamen erneut ändern wolle? Nun, bei der letzten Namensänderung sei sein Ziel, sich mit Hilfe eines deutschen Vornamens besser integrieren zu können, verfehlt worden. Hattrick sei nämlich ein englischer Name. Und welchen Namen er denn nun tragen wolle? Nun, er wolle Hattrick behalten und zwei Namen voranstellen. Ja, und welche? John und Stephen. Abgelehnt!

Jugendlicher Trotz und elterliche Vernunft

Die russischstämmigen Eltern haben für ihren Sohn eine Namensänderung beantragt. Er soll statt Mikhail nun Michail heißen. Anruf bei den Eltern. Wäre es nicht besser, wenn man dem Jungen gleich den Namen Michael gibt. Michail trage ja gleichsam den Keim für die nächste Namensänderung in sich. Der Vater sagt: „Ich frage meinen Sohn.“ Im Hintergrund hört man eine Vater-Sohn-Diskussion auf Russisch. Dann stapft der Sohn zornig auf den Boden auf und schreit: „Michail!“ Der Vater kommt wieder ans Telefon: „Mein Sohn will Michail heißen!“ Der Beamte fragt nach: „Haben Sie dabei auch bedacht, dass eine nochmalige Namensänderung kaum möglich ist?“ Nun wendet sich der Vater an die Mutter. Nach kurzer Zeit vermeldet er: „Mein Sohn soll Michael heißen!“ Der Beamte bekommt ein mulmiges Gefühl und gibt ein, nein besser zwei Wochen Bedenkzeit, damit die Sache innerfamiliär ausdiskutiert werden kann. Am nächsten Tag kommt eine Mail: „Michael!“ Die elterliche Vernunft hat sich durchgesetzt. Stattgegeben.

Was Hänschen mag, mag Hans nimmermehr

Die Eltern beantragen eine Vornamensänderung für Ihre Tochter. Sie hätten erfahren müssen, was der für ein kleines Mädchen so entzückende Name „Pipilotta“ bewirke, wenn das Mädchen in die Schule kommt. Ist klar. Also stattgegeben. Was die Eltern bis heute nicht wissen: Pipilotta schreibt man mit „pp“.

Zungenbrecher

„Führen Schwierigkeiten in der Schreibweise oder bei der Aussprache eines Familiennamens zu einer nicht nur unwesentlichen Behinderung des Antragstellers, so ist eine Namensänderung regelmäßig gerechtfertigt“ (Nr. 36 Satz 1 der Namensänderungsverwaltungsvorschrift). Das gilt auch für Vornamen (Nr. 60 der Namensänderungsverwaltungsvorschrift).

Die Brüder Bauyrzhan, Hudoishukur, Xayrullo und ihre Schwester Mukhayyo wollen einen Termin für eine Namensänderung. Stattgegeben!

 

Weiteres zur behördlichen Namensänderung finden Sie hier: