Schlanker Staat

Fehlende Investitionen in Bildung beeinträchtigen die wirtschaftliche Entwicklung

Beispiel Nr. 3 für die Folgen eines schlanken Staates

Bildung ist teuer. Staatliche Ausgaben scheuen die Neoliberalisten ja bekanntlich wie der Teufel das Weihwasser. Deshalb wird in die staatliche Bildung nicht mehr ausreichend investiert. Um die eigenen Kinder brauchen die Wortführer der Neoliberalisten nicht zu fürchten. Die werden auf private Bildungseinrichtungen geschickt, die – seltsam, seltsam – natürlich staatlich unterstützt werden. Dort bleiben die Neoliberalistenkinder dann unter sich und können den notwendigen Stallgeruch intensivieren. Und die Kinder, deren Eltern sich die privaten Bildungseinrichtungen nicht leisten können? Als Konkurrenz für die Elite fallen sie jedenfalls aus … Soviel zum Thema Elitenbildung.

Bildung gehört zur Infrastruktur der Wirtschaft. Sie ist ein Produktionsfaktor. Dass fehlende Bildung die Wirtschaftsentwicklung beeinträchtigt, schieben Neoliberalisten gerne beiseite. Lösungen sollen von außen kommen. Seit neuestem sind es Zuwanderer, die es richten sollen – natürlich nur die gut ausgebildeten. Hauptsache wir bezahlen die Ausbildung nicht …

Dabei hat der Entzug von Investitionen in Bildung auf die Wirtschaft die Auswirkungen, die es hat, wenn man einem Zug die Gleise wegzieht, auf denen er rollt.

Die deutsche Wirtschaft wird europaweit absteigen. Grund: Reformscheu und fehlende Investitionen in Bildung. Spiegel-Online (22.02.2010) berichtet: Die deutsche Wirtschaft könnte laut einer Studie bis zum Jahr 2040 europaweit absteigen … . Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Brüsseler Denkfabrik Centre for European Policy Studies (CEPS) am Montag in Brüssel präsentierte. Schuld daran seien die Reformscheu und fehlende Investitionen in die Bildung.

… Laut Studie gibt es im deutschen Bildungssektor zu viele Schulabbrecher und zu wenige Uni-Absolventen. Das werde Deutschland in der nächsten Generation "zum Land der Hilfsarbeiter" machen, sagte Gros. … Fast nirgendwo in Europa seien so wenige Arbeitskräfte in Kindergärten, Schulen und Universitäten beschäftigt wie in Deutschland. Mit einer Quote von sechs Prozent liege Deutschland weit hinter Großbritannien mit neun und Polen mit sieben Prozent. Jeder fünfte Jugendliche komme nicht über das Hauptschulniveau hinaus.  "Die Facharbeitertradition und die Spezialisierung auf Industriegüter sind in der Krise ein Nachteil", warnte Gros. Der Volkswirt forderte eine Bildungsreform. Deutschland müsse mehr Ingenieure und andere Akademiker ausbilden.

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