Wirtschaftsrecht – Studiengang an der Schnittstelle von Jura und BWL

Ein Gastbeitrag des Online-Studienführers Wirtschaftsrecht-Studieren.com

Für Studieninteressierte, die wirtschaftliches Interesse haben, "irgendwas" mit Jura studieren möchten und nicht durch das schwere Staatsexamen gehen möchten, könnte der Studiengang Wirtschaftsrecht der Richtige sein. Mit diesem Fachartikel wird ein Einblick in das Studium und seine Zukunftschancen gegeben.

Entwicklung des Studiengangs

Der Studiengang entstand aus der Notwendigkeit heraus, dass in einer sich immer stärker globalisierenden Welt eine immer komplexere Wirtschaft entsteht. So kam also die Idee auf, einenStudiengang zu konzipieren der auf die wirtschaftlichen Probleme der Gegenwart in Kombination mit juristischem Know-how reagiert.

1993 war es soweit und es konnten sich die ersten Studienanfänger für den Studiengang Wirtschaftsrecht an einigen Fachhochschulen in Deutschland einschreiben. Bereits sechs Jahre später wurde Wirtschaftsrecht erstmalig von der Universität Siegen eingeführt. Es zeigte sich, dass die Absolventen mit dem betriebswirtschaftlichen und juristischen Wissen gut von der Wirtschaft aufgenommen wurden und eine Nachfrage entstand. Seither haben auch andere Universitäten diesen Studiengang in ihr Portfolio aufgenommen.

Studieninhalte

Die Studieninhalte setzen sich aus den zwei Bereichen Wirtschaft und Recht zusammen. So heißen spezifische Veranstaltungen für den Bereich Recht: Arbeits-, Europa-, Wirtschafts- oder Strafrecht. Der Block Wirtschaft setzt zusammen aus: Volks-, und Betriebswirtschaftslehre – darüberhinaus werden Soft Skills vermittelt wie z. B. Englisch für Wirtschaftsjuristen.

Studieninteressenten sollten darauf achten, dass die Studieninhalte an der jeweiligen Fachhochschule oder Universität den Empfehlungen der Wirtschaftsjuristischen Hochschulvereinigung entsprechen. Das heißt, 50% der Studieninhalte müssen einen rechtlichen Bezug, 25% betriebs- und volkswirtschaftlichen Bezug besitzen und die letzten 25% müssen in die Erlangung von Soft Skills fließen. Also genau die Studienordnung lesen! Außerdem ist zu beachten, dass Absolventen keine Möglichkeit haben den juristischen Vorbereitungsdienst zu absolvieren – Tätigkeiten als Richter oder Rechtsanwalt sind somit nicht möglich, dafür eröffnen sich eben viele andere Möglichkeiten.

Berufschancen

Über den späteren Arbeitsplatz entscheidet oft die Wahl des Studienschwerpunktes, welcher in der Regel in der zweiten Hälfte des Bachelorstudiums (LL.B.) gesetzt und im Masterstudium (LL.M.) vertieft wird. Doch generell lassen sich einige, für Wirtschaftsjuristen, charakteristische Arbeitsfelder benennen. Auch wenn die Arbeit als klassischer Rechtsanwalt nicht möglich ist, arbeiten Absolventen vermehrt in Rechtsanwaltskanzleien, wo sie Insolvenzverfahren leiten und Mediationen durchführen. Typisch ist aber auch, die Anstellung in kleinen, mittleren und großen Unternehmen. Dort sind die Wirtschaftsjuristen z. B. für die Vertragskonzeption verantwortlich.

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Beitrag zuletzt aktualisiert am 6. April 2016.