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Amüsantes vom Rande des Rechtsalltags

Wie soll ich mich in der mündlichen Verhandlung verhalten?

Der ultimative Ratgeber für den garantierten Prozesserfolg

Ein der großen ungelösten Fragen der Menschheit lautet: Wie soll ich mich vor Gericht verhalten? Diese Frage wird Sie unweigerlich ereilen, wenn Sie als Partei in einem Zivil-, Verwaltungs- Sozial- oder Finanzgerichtsprozess zur mündlichen Verhandlung geladen werden. Sie müssen sich klarmachen, dass Sie durch geschicktes Auftreten in der mündlichen Verhandlung auch die aussichtsloseste Sache noch zu Ihren Gunsten wenden können.

Wichtig ist, dass Sie dem Gericht in jeder Phase der mündlichen Verhandlung klar machen, welchen Respekt Sie ihm entgegenbringen, dass Sie sich keinesfalls die Führung der Verhandlung aus der Hand nehmen lassen und dass es gar nicht gut Kirschen essen ist mit Ihnen. Nur wenn das Gericht eine solche Grundhaltung bei Ihnen verspürt, verhandeln Sie auf Augenhöhe.

Die gerichtsgeeignete Kleidung

Wie der berühmte Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick formulierte: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Das bedeutet für eine Gerichtsverhandlung: Auch wenn Sie noch gar nicht den Mund aufgemacht haben, kommunizieren Sie mit dem Gericht durch Ihre Kleidung, Ihre Körperhaltung und durch Ihr Verhalten. Das wiederum bedeutet: Sie müssen die mündliche Verhandlung bereits zu Hause gut vorbereiten. Nämlich vor allem durch die Wahl Ihrer Kleidung:

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Amüsantes vom Rande des Rechtsalltags

Macht es einen schlechten Eindruck, wenn ich meinen Anwalt wechsele?

Eine der wichtigsten bislang in den Tiefen des Internets noch nicht gelösten Probleme der Prozesstaktik ist:  „Macht es einen schlechten Eindruck, wenn ich den Anwalt wechsle?“ Darauf gibt es eine klare Antwort: Ja! Denn egal wie, wenn Sie den Anwalt wechseln, stehen Sie immer als der Depp da. Es stellt sich nur die Frage, bei wem Sie einen schlechten Eindruck hinterlassen. Da gibt es die verschiedensten Varianten:

  • Hatten Sie einen wirklich schlechten Anwalt und haben zu einem guten Anwalt gewechselt, dann gibt es garantiert jemanden, der über Sie denkt: „Mensch ist der deppert, der hätte sich doch gleich einen guten Anwalt nehmen können!“
  • Hatten Sie einen wirklich schlechten Anwalt und haben wieder zu einem schlechten Anwalt gewechselt, dann stehen Sie als doppelter Depp da.
  • Hatten Sie einen wirklich guten Anwalt und sind zu einem guten Anwalt gewechselt, dann kann es sein, dass jemand denkt, dass Sie zu deppert waren, um mit dem ersten Anwalt klar zu kommen.
  • Hatten sie einen wirklich guten Anwalt und sind zu einem schlechten Anwalt gewechselt, dann wird man Sie für einen Oberdeppen halten.

Wie Sie es auch anpacken, der gute Eindruck ist dahin.

Das macht aber gar nichts. Wenn Sie die Frage stellen, ob es einen schlechten Eindruck macht wenn sie den Anwalt wechseln, dann kann es dafür zweierlei Gründe geben. Der erste Grund ist der, dass Sie zu den Leuten gehören, denen es wichtig ist, dass alle anderen Leute einen guten Eindruck von Ihnen haben. Dann werden Sie im Leben eine ganze Menge Probleme haben, von denen der schlechte Eindruck wegen eines Anwaltswechsels eines der geringsten ist. Um es mit den Worten einer Person zu sagen, die sich um einen guten Eindruck recht wenig scherte und damit doch recht weit kam: „Everybody’s darling is everybody’s Depp“ (Franz Josef Strauß).

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Amüsantes vom Rande des Rechtsalltags

Ajahn Brahm und Bürokratische Tyrannen

Wie ein australischer Buddhist eine Behörde mit ihren eigenen Waffen schlug

Ajahn Brahm ist Brite und buddhistischer Mönch in Australien. Er ist Autor von Bestsellern wie „Die Kuh, die weinte“ und “Der Elefant, der das Glück vergaß“. In letzterem Werk erzählt Ajahn Brahm unter der Überschrift „Bürokratische Tyrannen“ folgende Geschichte über einen seiner Freunde, der in Perth eine Autowerkstatt betreibt und eines Morgens nicht in seine Werkstatt hineinfahren kann, weil ein Wagen sie so zugeparkt hatte, dass der Zugang sowohl für seine Mitarbeiter als auch für seine Kunden versperrt war:

Der Werkstattbesitzer rief bei der zuständigen Behörde an, um das Fahrzeug abschleppen zu lassen. Der Beamte versprach, jemanden vorbeizuschicken, der einen Strafzettel schreiben würde, abgeschleppt werden könne der Wagen nach geltender Vorschrift jedoch erst nach sieben Tagen. Der Werkstattbesitzer wandte ein, dass das ja bedeuten würde, dass seine Kunden eine Woche lang ihre Autos nicht zur Reparatur bringen und abholen könnten. Daraufhin der Beamte: “Tja, tut mir leid, aber Vorschrift ist nun mal Vorschrift“.

Das ließ der Werkstattbesitzer nicht auf sich sitzen, sondern fuhr mit seinem Lkw bei der Behörde vor und versperrte deren Garageneinfahrt so, dass weder Beamte noch Besucher noch Lieferanten hinein- oder hinausfahren konnten. Als man ihn nachdrücklich aufforderte, den Lkw wegzufahren, antwortete der Werkstattbesitzer nur: “Ach, klemmen Sie einfach einen Strafzettel hinter die Scheibenwischer. Vorschriftsgemäß abschleppen lassen dürfen Sie ihn dann nach einer Woche.“

So kam es dann zu kurzen Verhandlungen in deren Folge das Auto, das die Einfahrt zur Werkstatt versperrt hatte, abgeschleppt wurde und der Werkstattbesitzer seinen Lkw wegfuhr.