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Amüsantes vom Rande des Rechtsalltags

Ein Rechtsgebiet mit Schmunzelfaktor: Das Recht der behördlichen Namensänderung

Komische Zwischenfälle in einem vermeintlich langweiligen Rechtsgebiet

Das Recht der behördlichen Namensänderung hilft bei Härten, die im Einzelfall mit der Führung eines bestimmten Vornamens oder Nachnamens verbunden sind. Es greift erst ein, wenn die familienrechtlichen Möglichkeiten, seinen Namen zu ändern, nicht helfen können.

Oftmals stecken hinter Anträgen auf Namensänderung schlimme Tragödien und Schicksale. Trotzdem ist das Recht der behördlichen Namensänderungen ein Rechtsgebiet, in dem es hier und da Anlass zum Schmunzeln gibt:

Sprachverwirrung

Voraussetzung für eine Namensänderung ist nach § 3 Abs. 1 in Verbindung mit § 11 des Gesetzes über die Änderung von Familiennamen und Vornamen (NamÄndG), dass ein wichtiger Grund für die Namensänderung vorliegt. Da stellt also ein arabischstämmiger Deutscher einen Namensänderungsantrag. Er heißt Harry Al-Soundso. Den Vornamen Harry hat er bei einer vorangegangenen Namensänderung erhalten, bei der sein arabischer Vorname verschwand. Warum er denn seinen Vornamen erneut ändern wolle? Nun, bei der letzten Namensänderung sei sein Ziel, sich mit Hilfe eines deutschen Vornamens besser integrieren zu können, verfehlt worden. Hattrick sei nämlich ein englischer Name. Und welchen Namen er denn nun tragen wolle? Nun, er wolle Hattrick behalten und zwei Namen voranstellen. Ja, und welche? John und Stephen. Abgelehnt!

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Rechtspolitische Beiträge

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Intersexualität

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Anschauungen zunächst über die Beziehungen zwischen den Geschlechtern, sodann über die Geschlechter selbst erheblich gewandelt. Die Rechtsordnung vollzieht diesen Anschauungswandel nur zögerlich nach. War Homosexualität bis 1994 noch strafbar, gibt es heute die Lebenspartnerschaft als Rechtsinstitut für gleichgeschlechtliche Lebensweisen. Diskutiert wird die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partner. Diskutiert wird auch ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare.

Im Hinblick auf das Geschlecht selbst haben sich zunächst die mit der Zugehörigkeit zum „starken“ oder zum „schwachen Geschlecht“ verbundenen Rollenbilder und damit verbundenen Chancen in der Gesellschaft gewandelt. Die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht determiniert nicht mehr zwangsläufig die Chancen des Einzelnen in der Gesellschaft.

Aber auch unser Bild von Geschlecht hat sich gewandelt. Während es früher nur Männer und Frauen gab und die Zuordnung zu einem Geschlecht anhand der Geschlechtsmerkmale erfolgte, respektiert man heutzutage den Wunsch, das Geschlecht zu wechseln – sei es mit oder ohne Operation. Die Gender-Forschung lehrt uns, dass Geschlecht nicht nur ein biologisches, sondern auch ein soziales Konstrukt ist. Lange Zeit war in der Öffentlichkeit kaum bekannt, dass die Geschlechtszuordnung anhand körperlicher Merkmale nach der Geburt manchmal nicht möglich ist und Menschen unter Inkaufnahme extremer Traumatisierungen durch Operationen, Hormonbehandlungen und Erziehung körperlich und seelisch in ein bestimmtes Geschlecht gepresst werden sollen. Breite öffentliche Aufmerksamkeit hat dieses Thema durch den 2012 erstmal ausgestrahlten Tatort „Skalpell“ erhalten. Seitdem dringt zunehmend in das Bewusstsein, dass es, unabhängig davon, ob ihnen aus medizinischer Sicht ein Geschlecht zugeordnet werden kann, viele Menschen gibt, die sich gar keinem Geschlecht zugehörig fühlen, sich als zwischen den Geschlechtern stehend oder als einem dritten Geschlecht zugehörig fühlen und psychisch erheblich daran leiden, dass sie einem Geschlecht zugeordnet werden. Ihnen geht es nicht darum, das Geschlecht zu wechseln, sondern darum, gar keinem Geschlecht zugeordnet zu werden. Wer mehr zu diesem Themenkomplex wissen will, dem sei das Dossier Geschlechtsidentität auf den Seiten der Bundeszentrale für Politische Bildung empfohlen.