News vom Rande des BER - Frei erfunden und frisch fabuliert

Kampfansage gegen Schnupfen und Grippe

Bundesregierung beschließt Änderung des Infektionsschutzgesetzes

Wie der Bundesgesundheitsminister heute vor seinem Abflug am ehemaligen Flughafen BER bekanntgab, hat das Bundeskabinett eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen, um den alljährlichen Schnupfen- und Grippeepidemien entgegenzuwirken. Angesichts dessen, dass der volkswirtschaftliche Schaden durch Erkältungen und Grippen über 30 Milliarden Euro im Jahr betrage, bedürfe es dringend wirksamer Gegenmaßnahmen. „Sehen Sie“, sagte der Minister, „ die Leute setzen sich morgens in den Bus, niesen einmal kräftig und haben schon die umhersitzenden Leute angesteckt. Dann sitzen Sie im Büro oder stehen an der Werkbank und stecken vier oder fünf Kolleginnen oder Kollegen an. Dann fahren Sie wieder heim und es erwischt noch mal ein paar Leute“.

Um die Infektionsketten zu unterbrechen sieht der Gesetzentwurf ein Beförderungsverbot für Personen mit ansteckenden Krankheiten in öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Eine Ausnahme gilt für erkältete Personen, die für den Weg zum Arzt auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Sie müssen allerdings einen Mundschutz tragen. Arbeitgeber dürfen die Arbeitsleistung erkälteter Mitarbeiter nicht entgegennehmen. Für erkältete Schüler gilt ein gesetzliches Schulverbot, für erkältete Kinder ein Krippen- und KiTa-Verbot. Lehrer und Erzieher müssen Kinder, die husten oder niesen, unverzüglich nach Hause schicken.

Auf die Frage, ob es nicht volkswirtschaftlich günstiger wäre, wenn Arbeitnehmer nicht bei jeder kleinsten Erkältung zu Hause blieben, erläutert der Minister: „Sehen Sie, Untersuchungen haben ergeben, dass erkältete Arbeitnehmer zu einem Drittel weniger leistungsfähig sind, als gesunde Arbeitnehmer. Da drei Mal ein Drittel ein Ganzes macht, ist es aus der Sicht eines Arbeitgebers also so, dass, wenn der erkältete Arbeitnehmer auch nur zwei Kollegen ansteckt, er gleich hätte zu Hause bleiben können. Und erfahrungsgemäß werden viel mehr Kolleginnen und Kollegen angesteckt als nur zwei. Und wenn man dann die Opfer in Bus und Bahn noch hinzuzieht, dann rechnet sich das Arbeitsverbot spielend.“

Rechtspolitische Beiträge

Grippe, Schnupfen und Erkältung – Massendelikte in der U-Bahn

Ein Plädoyer für die Bestrafung des häufigsten Körperverletzungsdelikts

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Was ist die häufigste Straftat, die nicht geahndet wird? Es ist die Körperverletzung durch Erkältung, Grippe und Schnupfen.

Sie kennen das: Sie sitzen morgens friedlich in der U-Bahn. Nächster Halt. Die Tür geht auf. Weitere Fahrgäste steigen ein. Und da setzt er sich Ihnen gegenüber. Der Verbrecher. Verrotzt setzt er sich hin und niest und hustet und prustet und da Sie Bescheid darüber wissen, was eine Tröpfcheninfektion ist, stehen Sie auf und ergreifen die Flucht. Aber es ist zu spät. Er hat ihn weitergegeben, den Virus. Und Ihr Immunsystem hat dem Virus nichts entgegenzusetzen, so geschwächt wie Sie sind angesichts des Ekels, das Sie ergreift, wenn Sie mit Rotz und Wasser eingenebelt werden.

Und der Grippe-Verbrecher fährt weiter. Und wird als Held gefeiert. Weil er in dem Zustand noch zur Arbeit geht und dort alle Kolleginnen und Kollegen ansteckt, damit auch diese demnächst ihr Heldentum beweisen können.

Meine sehr verehrten Staatsanwältinnen und Staatsanwälte,

schieben Sie diesem wahnsinnigen Treiben endlich einen Riegel vor! Warum verbreiten sich denn jedes Jahr aufs Neue Grippewellen über Grippewellen, als ob es sich dabei um ein Naturgesetz handelte? Weil Sie nicht eingreifen! Weil Sie lächelnd zuschauen, wie gestresste Eltern ihre verrotzten Gören in den Kindergärten und Schulen abgeben. Weil Sie den alltäglichen Austausch verkeimter Körperflüssigkeiten in S- und U-Bahnen, in den Bussen und Büros, in den Kaufhäusern und Supermärkten nicht ahnden.