Prozess, Prozessrecht und Prozesstaktik

Wie lange dauert ein zivilrechtliches Verfahren vor dem Amtsgericht?

Eine Prognose für das Jahr 2017 – Sieger und Verlierer 2015
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Niemand kann die zu erwartende Verfahrensdauer für ein konkretes Verfahren vor dem Amtsgericht präzise vorhersagen. Kein Verfahren ist wie das andere. Die Verfahrensdauer variiert von Amtsgericht zu Amtsgericht und von Richter zu Richter. Und ein gestern noch besonders schneller Spruchkörper kann morgen schon durch eine personelle Veränderung zu einer lahmen Ente werden.

Dem Bericht des Statistischen Bundesamtes Rechtspflege – Zivilgerichte für das Jahr 2015 lassen sich immerhin ein paar Hinweise entnehmen, mit welcher Verfahrensdauer Sie 2017 rechnen müssen. Dieser Bericht liefert allerdings nur zusammengefasste Daten zu einzelnen Bundesländern und Oberlandesgerichtsbezirken. Statistische Angaben zur Verfahrensdauer bei den einzelnen Amtsgerichten liefert er nicht. Da aber zumindest die Verfahrensdauer in den Oberlandesgerichtsbezirken eines Bundeslandes nicht weit streut, kann man davon ausgehen, dass die Verfahrensdauer sich bei den einzelnen Amtsgerichten innerhalb eines Bundeslandes nicht besonders weit vom Durchschnittswert des Bundeslandes entfernt. Das erscheint auch plausibel, weil nicht anzunehmen ist, dass die personelle und sachliche Ausstattung der Amtsgerichte innerhalb eines Bundeslandes stark divergiert.

Ausgewertet wurden

  • die Verfahrensdauer insgesamt, also unter Einschluss von Urteilen, Rücknahmen, Erledigungserklärungen, Anerkenntnissen und Vergleichen, und
  • die Verfahrensdauer bei streitiger Erledigung, also durch ein streitiges Urteil.

Die Zahlen plausibilisieren: Für eine streitige Erledigung brauchen die Amtsgerichte erheblich länger, zum Teil mehr als doppelt so lange, wie für eine unstreitige Erledigung.

Das Ergebnis vorweg: Sieger sind Bayern und Baden-Württemberg

Wenn man einen Testsieger Verfahrensdauer küren wollte, müsste die Wahl ganz klar auf die Amtsgerichte der Länder Bayern und Baden-Württemberg fallen. Die folgenden Plätze würden schon mit einigen Abstrichen Berlin, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen gebühren. Klare Testverlierer wären das Saarland und Thüringen, dicht gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Bremen.

Die Verfahrensdauer vor den Amtsgerichten ist Ausweis der Servicequalität eines Landes und wirtschaftlicher Standortfaktor. Insofern muss sich Thüringen fragen lassen, wieso Kläger und Beklagte vor den dortigen Amtsgerichten im Durchschnitt 2 Monate, bei streitiger Erledigung sogar mehr als 4 Monate länger als in Bayern warten müssen.

 

Verfahrensdauer insgesamt (Monate)Verfahrensdauer bei streitiger Erledigung
1.Bayern insgesamt

OLG-Bezirk München

OLG-Bezirk Nürnberg

OLG-Bezirk Bamberg

4,0

 

4,0

 

3,8

 

4,4

6,0

 

6,0

 

5,5

 

7,0

2.Baden-Württemberg insgesamt

OLG-Bezirk Karlsruhe

OLG-Bezirk Stuttgart

4,2

 

 

4,4

 

4,0

6,6

 

 

6,7

 

6,5

3.Berlin4,68,6
4.Rheinland-Pfalz insgesamt

OLG-Bezirk Koblenz

OLG-Bezirk Zweibrücken

4,7

 

 

4,6

 

4,9

7,3

 

 

7,2

 

7,4

5.Niedersachsen insgesamt

OLG-Bezirk Braunschweig

OLG-Bezirk Celle

OLG-Bezirk Oldenburg

4,8

 

4,6

 

4,9

 

4,7

7,1

 

7,6

 

7,1

 

6,9

 Deutschland4,87,6
6.Nordrhein-Westfalen insgesamt

OLG-Bezirk Düsseldorf

OLG-Bezirk Hamm

OLG-Bezirk Köln

4,9

 

 

5,2

 

4,8

 

4,9

7,6

 

 

8,1

 

7,4

 

7,4

7.Hamburg4,98,0
8.Sachsen4,98,7
9.Schleswig-Holstein5,18,2
10.Sachsen-Anhalt5,29,3
11/12.Brandenburg5,38,2
11/12.Hessen5,38,2
13.Bremen5,610,1
14.Mecklenburg-Vorpommern5,78,7
15.Saarland5,89,4
16.Thüringen6,110,7

 

 

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Erfolgsaussichten einer Asylklage

Der bundesdurchschnittliche Asylkläger hat eine Chance von 1 zu 4
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In der Öffentlichkeit weit verbreitet ist das Bild, dass Asylklagen wenig Erfolg haben. Es sieht so aus, als würden Anwälte und Flüchtlingsorganisationen Flüchtlinge in sinnlose Verfahren treiben. Aber dieses Bild wird durch statistische Analysen relativiert – zumindest was den bundesdurchschnittlichen Asylbewerber angeht.

Im Beitrag „Erfolgsaussichten einer Klage vor den Verwaltungsgerichten: Die Behörde hat fast immer Recht“ wurde die Statistiken des Bundesamtes für Statistik „Rechtspflege – Verwaltungsgerichte 2014 (PDF)“ (Excel-Datei) ausgewertet und festgestellt, dass die Behörde mit 83,5 prozentiger Wahrscheinlichkeit obsiegen wird. Dieses Ergebnis bezog sich auf verwaltungsgerichtliche Streitverfahren ohne Asylklageverfahren und Disziplinar- und berufsgerichtliche Verfahren. Wertet man die Justizstatistiken in Bezug auf Asylklagen aus, stellt man überraschenderweise fest, dass die Erfolgsaussichten eines Asylklägers geringfügig höher sind als die von Klägern in anderen verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat zu 80,09 % Recht. Die Erfolgsaussichten sind 1 zu 4.

Auswertung der Statistiken des Bundesamtes für Statistik

Bundesweit wurden im Jahre 2014 29.307 Asylklagen von den Verwaltungsgerichten erledigt. Im Folgenden wird diese Zahl Gesamtzahl der Verfahren genannt werden. Das ist nicht hundertprozentig korrekt. Denn diese Zahl ist bereinigt um Erledigungen durch Ruhensanordnungen, Verweisungen oder Verbindungen. Solche Erledigungen erfolgen jedoch ohne inhaltliche Prüfung der Klage und sind im Hinblick auf die Erfolgsaussichten ohne Aussagekraft.

Erfolgsquote bei streitigen Entscheidungen

In 48,83 % der Asylklageverfahren vor den Verwaltungsgerichten werden streitige Entscheidungen gefällt, ergehen also in der Regel Urteile. Dieser Anteil ist erheblich höher als der entsprechende Anteil, nämlich 28,56 %, bei den verwaltungsgerichtlichen Klagen, die nicht Asyl betreffen. Das zeigt, dass das Potential für unstreitige Erledigungen bei Asylklagen erheblich geringer ist als bei anderen Klagen. Das liegt auch auf der Hand, geht es doch für den Asylkläger grundsätzlich um Bleiben oder Nichtbleiben, um eine existenzielle Frage also.

Von den durch streitige Entscheidung erledigten Asylklagen hat die Klägerseite

  •    voll obsiegt in 18,71 %,
  •    teilweise in 11,89 %,
  •    voll verloren in 69,40 %.

Geht man davon aus, dass das Gewinn-Verlust-Verhältnis beim teilweisen Unterliegen 50 % beträgt, dann beträgt die Obsiegensquote der Asylkläger 24,66 % und die Unterliegensquote 75,34 % der durch streitige Entscheidung erledigten Verfahren. Die entsprechenden Quoten liegen für Nicht-Asylklagen bei 18,96 % Obsiegen und 81,04 % Unterliegen.

Bezogen auf die Gesamtzahl der Verfahren stellen sich die Erfolgsquoten der Asylkläger wie folgt dar: Die Klägerseite hat durch streitige Entscheidung

  •    voll obsiegt in 9,14 %,
  •    teilweise in 5,80 %,
  •    voll verloren in 33,89 %

der Gesamtzahl der Asylklageverfahren. Geht man wiederum davon aus, dass das Gewinn-Verlust-Verhältnis beim teilweisen Unterliegen 50 % beträgt, haben die Asylkläger also in Bezug auf alle Verfahren durch streitige Entscheidung zu 12,04 % obsiegt und waren zu 36,79 % unterlegen. Die entsprechenden Quoten liegen für Nicht-Asylklagen bei 5,41 % Obsiegen und 18,96 % Unterliegen.

Erfolgsquote bei unstreitigen Erledigungen

Etwa die Hälfte aller Asylklagen werden im Bundessschnitt nicht durch eine streitige Entscheidung, sondern unstreitig erledigt. Relevant sind insofern die Rücknahme und die Hauptsachenerledigung. Der Prozessvergleich kommt zwar bei Asylklageverfahren vor, aber im Bundessschnitt nur in 0,1% der Fälle und bleibt deshalb hier außer Betracht.

Da es bei den unstreitigen Erledigungen keine streitige Entscheidung gibt, gibt es auch keine Daten über den Erfolg der unstreitig erledigten Verfahren. Unstreitigen Erledigungen liegen allerdings zuweilen inhaltliche Erfolge zugrunde, weil die Behörde ganz oder zumindest teilweise nachgegeben hat. Deshalb bedarf es insofern fiktiver Erfolgsquoten, die die Genauigkeit der Auswertung beeinträchtigen, aber in die richtige Richtung gehen dürften.

Viele der Asylklagen, nämlich 32,95 %, werden durch Rücknahme beendet. Formal ist eine Rücknahme ein Sieg der beklagten Behörde. Bei den Nicht-Asylklageverfahren beruht ein gewisser Teil von Rücknahmen auch auf behördlichem Entgegenkommen. Bei den Asylklageverfahren dürfte dieser Anteil allerdings verschwindend gering sein, so dass die fiktive Erfolgsquote hier auf Null zu setzen ist. Ein großer Teil der Rücknahmen basiert auf der mit dem Nichtbetreiben des Verfahrens nach § 81 AsylVfG verbundenen Rücknahmefiktion. Im Übrigen ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in den meisten Terminen zur mündlichen Verhandlung nicht vertreten, so dass auch von daher kaum Raum ist, ein gegenseitiges Nachgeben auszuhandeln. Aber auch inhaltlich dürfte wenig Raum für gegenseitiges Nachgeben sein, wenn man einmal von der Möglichkeit absieht, nach § 38 Abs. 3 AsylVfG die Ausreisefrist auf drei Monate zu verlängern.

Weitere 18,21 % der Verfahren werden durch Hauptsachenerledigung erledigt. Grund dafür ist in der Praxis manchmal ein Nachgeben des Bundesamtes. Mangels anderer Anhaltspunkte wird hier davon ausgegangen, dass der Nachgebensanteil des Bundesamtes der entsprechenden Verlustquote bei den streitigen Erledigungen entspricht. Weil Behörden sich auf eine Erledigungserklärung zur gütlichen Beilegung eines Rechtsstreits wegen der Kostenfolgen nur dann einlassen, wenn ihre Karten sehr schlecht sind, wird insofern von einem vollen Nachgeben ausgegangen. Hinsichtlich des verbleibenden Restes kann angenommen werden, dass die Obsiegens- und Unterliegensquoten den summierten Quoten von Rücknahmen und streitigen Entscheidungen entsprechen. Daraus ergibt sich dann für die Asylkläger für die Hauptsachenerledigungen eine fiktive Obsiegensquote der Kläger von 7,87 % bezogen auf die Gesamtzahl der Verfahren.

Ergebnis: Erfolgsaussichten in erster Instanz vor den Verwaltungsgerichten

In der Addition kann man feststellen, dass im bundesweiten Schnitt im Jahre 2014 die Erfolgswahrscheinlichkeit, in erster Instanz vor den Verwaltungsgerichten mit einer Asylklage zu obsiegen, 19,91 % betrug und damit etwas höher lag, als bei den Nichtasylklagen (16,57 %). Das Bundesamt hatte zu 80,09 % Recht.

Für den bundesdurchschnittlichen Asylkläger ist das Klagen angesichts der existenziellen Bedeutung, die der Aufenthaltsstatus für ihn hat, bei einer Ein-Fünftel-Erfolgsaussicht eine Chance, die zu ergreifen sich loht. Das gilt aber nicht für alle Asylbewerber.

Differenzierung nach Herkunftsländern

Die Erfolgsaussichten unterscheiden sich nämlich je nach Herkunftsland sehr stark. Aufschluss darüber gibt die Tabelle auf Seite 58 der Broschüre Das Bundesamt in Zahlen 2014 des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Die dortigen Zahlen stimmen aus unbekannten Gründen mit den hier zugrunde gelegten Zahlen der Justizstatistik nicht überein. Jedoch lässt sich dieser Tabelle einiges dazu entnehmen, für Asylbewerber welcher der zehn stärksten Herkunftsländer die Chancen eines Prozesserfolges besonders hoch und besonders niedrig sind. Die folgende Tabelle weist die Misserfolgsquote in dem Sinne aus, dass der Asylkläger mit seiner Klage überhaupt nichts erreicht hat, also weder die Anerkennung als Asylberechtigter oder als Flüchtling noch die Gewährung subsidiären Schutzes noch nicht einmal die Feststellung eines Abschiebungsverbotes.

  1. Serbien (99,7 %)
  2. Mazedonien (99,2 %)
  3. Bosnien und Herzegowina (98,8 %)
  4. Russische Föderation (98,7 %)
  5. Kosovo (98,1 %)
  6. Sonstige (91,5 %)
  7. Irak (85,1 %)
  8. Iran (76,4 %)
  9. Pakistan (70,8 %)
  10. Afghanistan (64,8%)
  11. Syrien (62,8 %)

Asylbewerbern aus den ersten fünf Ländern dieser Tabelle wird man aus Sicht der Statistik mit gutem Gewissen keine Klage empfehlen können.

Erfolgsaussichten vor den Oberverwaltungsgerichten und Verwaltungsgerichtshöfen in zweiter Instanz und vor dem Bundesverwaltungsgericht

Die Statistik „Rechtspflege – Verwaltungsgerichte 2014 (PDF)“ (Excel-Datei) ist im Hinblick auf die Erfolgsaussichten der Asylklageverfahren in den Rechtsmittelinstanzen unergiebig.

Noch ein Wort zu regionalen Besonderheiten

Die oben stehenden Berechnungen zur Verwaltungsgerichtsbarkeit wurden auf der Basis und unter Verwendung der Tabelle 1.2.2 der Statistik „Rechtspflege – Verwaltungsgerichte 2014 (PDF)“ (Excel-Datei) des Statistischen Bundesamtes auch für die einzelnen Bundesämter durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Berechnungen können Sie der Tabelle  Asylklagen Erfolgsaussichten 2014 (PDF) (Excel) entnehmen. Auffällig ist, dass sich die Unterliegensquoten von Land zu Land deutlich unterscheiden. Berlin hat nach diesen Berechnungen mit 83,98 % die höchste Unterliegensquote, dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 82,54 %. Hessen hat mit 31,17 % die niedrigste Unterliegensquote. Da die Asylkammern oft kampagnenartig zu Klagen aus bestimmten Herkunftsländern entscheiden und diese Kampagnen in den einzelnen Ländern nicht synchron verlaufen, lässt sich nicht sagen, ob hinter regionalen Unterschieden unterschiedliche Vorverständnisse und Präferenzen in den Gerichten stehen. Dazu müsste man die Quoten über einen längeren Zeitraum analysieren. Noch aussagekräftiger wäre eine Differenzierung nach Herkunftsländern. Es gibt also noch viel zu tun für das Bundesamt für Statistik!

 

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Alkoholismus ist eine Volkskrankheit. Ca. 1,8 Millionen Deutsche sind alkoholkrank. Weitere 1,6 Millionen mißbrauchen Alkohol. Alkoholismus ist nach Nikotinsucht und Bluthochdruck die häufigste Todesursache. Er treibt nicht nur den Alkoholiker, sondern auch seine Familie, den Ehepartner und seine Kinder in den Abgrund. Das persönliche Umfeld, die Kollegen des Alkoholikers werden zu Co-Abhängigen. Sie versuchen, dem Alkoholiker die Probleme abzunehmen, die mit seiner Trunksucht verbunden sind. Sie decken und vertuschen die Alkoholkrankheit gegenüber Dritten mit verheerenden Folgen für die eigene Seele.

Auch die Justiz wird mit Alkoholismus konfrontiert: Die Strafrichter haben es mit Trunkenheitstaten zu tun, Arbeitsgerichte beschäftigen sich mit Alkoholismus als Kündigungsgrund, Verwaltungsgerichte bestätigen den Entzug der Fahrerlaubnis, das Bundessozialgericht hat entschieden, dass Alkholismus eine Krankheit ist. Da die Justiz nichts anderes als ein Abbild der Gesellschaft ist, sind auch viele Richter Alkoholiker. Und welches Gericht hat nicht schon mit alkoholabhängigen Schöffen zu tun gehabt, deren Wasserflasche mit Wodka gefüllt war?

Manchmal geht der Umgang der Justiz mit Alkoholismus schief. So z.B. vor zwei Jahren vor einem Familiengericht in einem Sorgerechtsverfahren: Der Richter ist ein netter Mensch. Nach einigem hin und her fragt er das kleine Mädchen: “Was wünschst du dir denn von deinem Papa?” Das kleine Mädchen gibt eine Antwort, die um so mutiger erscheint, wenn man bedenkt, über welch riesiges Familientabu es sich hinwegsetzt: “Ich wünsche mir, dass Papa weniger trinkt”. Wird der Hilfeschrei des kleinen Mädchens gehört? Der Richter fragt den Papa: “Wieviel trinken Sie denn so?” Der Papa antwortet: “So ein, zwei Bier abends”. Der Richter: “Na dann, ich trinke ja auch mein Feierabendbierchen …”. Und überträgt das Sorgerecht dem Papa. Heute wurde das Kind ins Heim gebracht. Papa´s Trunksucht war nicht mehr zu übersehen.

Hier wurde die Justiz zum Co-Abhängigen. Anstatt das Kind zu stärken und ihm zuzuhören, wendet sie sich dem Alkoholiker zu, bringt ihm Verständnis entgegen und belohnt ihn auch noch mit der Sorgerechtsübertragung.

Vielleicht ist die Justiz viel häufiger Co-Abhängiger, als wir ahnen. Zeigen Gerichte viel Verständnis für zu viel Alkohol, freut das den Alkoholiker. Helfen tut es ihm nicht.